Violin-Schätze halten auf Weltreise in Basel

Basellandschaftliche Zeitung, March 4, 2015

By Christian Flüri

Tarisio Base Scenic

Basslandschaftliche – March 4, 2015

Es sind teure Kunstwerke, mit denen das Auktionshaus Tarisio gleichsam um die Welt reist. Nun hat das in London und New York domizilierte Haus Halt in der Gare du Nord gemacht. Um Interessierten, Musikerinnen und Musikern sowie Händlern aus Basel ihre wertvollen Instrumente vorzustellen. Die Kostbarkeiten liegen schön geordnet auf tischen. Der halbrunde Jahrhundertwendesaal im Badischen Bahnhof ist von Geigenmusik erfüllt. Da versucht sich eine Violinistin, mit einer Geige anzufreunden, dort erprobt ein anderer die Klangschönheit eines Instruments. Auch Bögen können für die Versteigerung am 11. März in London getestet werden – darunter ein Cellobogen von Nikolai Kittel mit einer Preisangabe zwischen 90 000 und 120 000 englischen Pfund. Wertvollstes Stück aber ist eine Violine von 1680 des Cremoneser Geigenbauers Francesco Rugeri. Die Preisangabe bewegt sich zwischen 220 000 und 300 000 Pfund. Daneben werden auch andere herausragende italienische, französische, holländische und britische Instrumente aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert für die Auktion in London, die per Internet erfolgt, in Basel präsentiert – in Preissegmenten zwischen 12 000 bis 250 000 Pfund.

Spezialist für Streichinstrumente

Die Instrumentenpalette von Tarisio reiche von Geigen, Bratschen und Violoncelli für Musikstudenten bis zu wertvollsten Stücken, erklärt Jason Price, Direktor von Tarisio. Schalkhaft fügt er an, dass er als Direktor eines Auktionshauses mit Price den richtigen Namen trage. Der gebildete, eloquente Gentle- man gibt uns ein schönes Beispiel feiner englischer Selbstironie. Tarisio ist auf Geigen, Bratschen und Celli spezialisiert. Diese Konzentration sei essenziell. Das grosse Fachwissen ist der sichere Boden, um Vertrauen bei Verkäufern und Käufern zu schaffen. Nicht ohne Grund geniesst das in London und New York beheimatete Haus bei Fachleuten hohes Ansehen.

Der grösste Schatz in der Gare du Nord ist eine Stradivari von 1699 aus Cremona. Das Holz ist original, das Instrument bestens gepflegt. Wir bestaunen die klaren Linien und die perfekte Form des Kunstwerks des berühmtesten Geigenbauers aus Cremona. Es wird am 13. Mai in New York versteigert – auch hier per Internet. Als Anfangspreis nennt Price 2,2 Millionen Dollar. Er rechnet aber, dass sie zu einem Preis zwischen 3 und 4 Millionen weggeht. «Pro Jahr werden höchstens acht bis zehn Stradivari zum Verkauf angeboten. Wir verkauften die letzte 2013», erzählt der Direktor. Die Geige von 1699 war 20 Jahre lang in privater Hand in den USA – wohin es sie nun verschlägt, das weiss auch Price erst am 9. Mai.

Fast alles aus des Meisters Hand

Grandios und weit tragend ist der Klang der Stradivari. Instrumente aus dieser Zeit stammten noch fast ganz aus der Hand des Meisters Antonio Stradivari allein, weiss Price. Im Vergleich zur 1721 entstandenen Geige von Vincenzo Rugeri, dem Sohn von Stradivaris Lehrmeister Francesco Rugeri, ist die Stradivari noch vollkommener und schöner gebaut. Der Preisunterschied ist denn auch enorm. Das Instrument des Rugeri-Sohnes wird in London für 150 000 bis 220 000 englische Pfund angeboten.

Damit alle Interessierten, Musiker oder Händler, die Geigen auch erproben können, ihren Klangcharakter und ihre Schönheit kennenlernen, bereist Tarisio mit seinen Schätzen die Kontinente. Die Tour geht heute weiter nach Zürich, dann nach München und Berlin. Bereits Anfang Februar war das Auktionshaus mit seinen Schätzen in Asien. Für die Versteigerung muss nie- mand nach London oder New York reisen. Die Interessierten sitzen zu Hause am Computer und bieten per Internet. Der Prozess der Versteigerung sei für jeden einsehbar. Diese «völlige Transparenz» ist Price wichtig. «Der Markt ist wirklich frei und für jeden offen» fügt er an. Auch dies gehört mit zur Vertrau- ensbasis, auf die Tarisio baut

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